Karl Grosz
13. September 1879, Budapest – 2. Juni 1962, Wien
Karl Grosz hatte 1905 seine Promotion zum Dr. med. erreicht und arbeitete
als Assistent an der psychiatrischen Universitätsklinik unter Julius von
Wagner-Jauregg. Er habilitierte sich Mitte der 1920er-Jahre und lehrte als
Dozent für Neurologie und Psychiatrie an der medizinischen Fakultät. Seine
Praxis im 8. Bezirk in Wien führte Grosz gemeinsam mit seiner Ehefrau,
der praktischen Ärztin Helena Frieda Grosz (geborene Fränkel). Grosz hielt
auch populäre medizinische Vorträge, zum Beispiel an den Wiener Volkshochschulen.
1938 wurde er von der Universität Wien vertrieben. Im selben Jahr ist er in der Liste der zugelassenen "jüdischen Krankenbehandler" gelistet. Ihm gelang die Ausreise nach Palästina. Helena Frieda und Karl Grosz lebten nach ihrer Flucht in Tel Aviv. Grosz konnte dort auch als Arzt arbeiten. Nach dem Tod seiner Ehefrau kehrte Karl Grosz nach Wien zurück, wo er wenig später verstarb.
Text nach Gedenkbuch Josephinum.