Julius Grötzinger, 1938 bereits im Ruhestand und hoch dekoriert, wurde in der Zeit des NS-Regimes nicht persönlich verfolgt und konnte in Österreich bleiben, anders als seine jüdische Ehefrau (von der er sich nicht trennte) und seinem Sohn Gerhart, die aber beide fliehen konnten.
Grötzinger war Regimentsarzt (1913 auch Assistent bei Prof. Benedikt an der Poliklinik), seit 1917 Stabsarzt (im Schützenregiment Nr. 24), seit 1921 Oberstabsarzt II. Klasse, seit 1923 Regierungsrat und Chefarzt der Bundesgendarmerie, wurde 1932 anlässlich seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand vom Bundespräsidenten zum Hofrat ernannt und 1937 mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Österreichischen Verdienstordens ausgezeichnet - im Amtskalender wurde er noch 1946 als Chefarzt der Bundesgendarmerie geführt im Innenministerium. Er verstarb am 31. Dezember 1951.
Text nach dem Gedenkbuch der Universität Wien.