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Wilhelm-Auerswald-Preis 2023 im Billrothhaus verliehen, Gesellschaft der Ärzte

Wilhelm-Auerswald-Preis 2023 im Billrothhaus verliehen

Am 3. Oktober 2023 wurde Herr Dr. Florian Moik, PhD (Univ.-Klinik für Innere Medizin, Klin. Abteilung für Onkologie, MedUni Graz) mit dem Wilhelm-Auerswald-Preis für die beste Dissertation an einer österreichischen Medizinischen Universität ausgezeichnet.


Dieses angesehene Ereignis, gesponsert von der Sanofi-Aventis GmbH, markierte bereits die 32. Ausgabe des Preises, der jährlich verliehen wird, um exzellente medizinische Forschung und akademische Leistungen zu würdigen. Der Preis selbst ehrt das Andenken an Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Auerswald (1917-1981), der als Ordinarius für Physiologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien eine bedeutende Rolle in der medizinischen Forschung und Lehre spielte.

Auswahl der eingereichten Arbeiten

Die Auswahl und Bewertung der Arbeiten erfolgte durch das Stiftungskuratorium. Alle Personen, die im Vorjahr ihre Dissertation an einer Medizinischen Universität in Österreich erfolgreich abgeschlossen hatten, waren zur Bewerbung eingeladen. In diesem Jahr wurden sechs vielversprechende KandidatInnen ausgewählt, die ihre Forschungsarbeiten während der Veranstaltung im Billrothhaus der Jury, unter der Leitung von Prim. i.R. Univ.-Prof. Dr. Johannes Mlczoch (Facharzt für Innere Medizin, Wien), präsentierten.

Erster Platz an Dr. Florian Moik, PhD

Der diesjährige erste Platz ging an Dr. Florian Moik, PhD (Univ.-Klinik für Innere Medizin, Klin. Abteilung für Onkologie, MedUni Graz) für "Cancer and Haemostasis: Impact of hypercoagulability on clinical outcomes in patients with cancer". In seiner PhD-Arbeit beschäftigte sich Dr. Moik mit klinischen Implikationen der Krebs-assoziierten Blutgerinnungsaktivierung. Einerseits konnten neue Biomarker identifiziert werden, die mittels verbesserter Stratifizierung der Prognose und des Therapieansprechens eine zukünftig optimierte, individualisierte Behandlung ermöglichen können. Weiters konnten thromboembolische Komplikationen als unabhängiger Risikofaktor für ein erhöhtes Mortalitäts- und Krankheitsprogressionsrisiko definiert, und PatientInnen unter onkologischen Immuntherapien als neue Risikopopulation für kardiovaskuläre Komplikationen identifiziert werden. Diese Erkenntnisse können mit einem verbesserten Verständnis der klinischen Konsequenz der Krebs-assoziierten Hyperkoagulabilität dazu beitragen, die klinische Versorgung onkologischer PatientInnen zukünftig zu verbessern.

Den zweiten Platz belegte Melanie Kienzl, MSc PhD (Abteilung für Pharmakologie, MedUni Graz) mit ihrer Doktorarbeit "Regulation of immune cells in the tumor microenvironment: the role of IL-33 and 2-AG". Im Rahmen der kumulativen Dissertation wurden Einflüsse von löslichen Mediatoren auf die Zellen der Tumorumgebung (TMU) in und das Tumorwachstum von Dickdarm- und Lungenkrebs erforscht. Das Cytokin IL-33 reduzierte Darmkrebstumore durch die Aktivierung von Eosinophilen. In weiterer Folge führte das Endocannabinoid 2-AG zu einer anti-tumorigenen Veränderung der TMU und zu verringertem Lungenkrebswachstum. Diese Mediatoren könnten vielversprechende Ansätze für immuntherapeutische Adjuvantien sein.

Der dritte Platz wurde in diesem Jahr an zwei ForscherInnen verliehen: Mag. Dr. Julian Maier, PhD (Institut für Pharmakologie, MedUni Wien), für "Investigations into structure and activity of organic cation transporters", und Johanna F. Schachtl-Rieß, PhD (Institut für Genetische Epidemiologie, MedUni Innsbruck), für "Genetic epidemiological approaches to understand HDL-mediated cholesterol efflux capacity and lipoprotein(a)".

Im Rahmen seiner Dissertation untersuchte Mag. Dr. Maier, PhD, die organischen Kationentransporter (OCT1-3; SLC22A1-3). Diese spielen eine wichtige Rolle im zentralen Nervensystem und in peripheren Organen. Sie transportieren Monoamine und Xenobiotika und beeinflussen die Wirkung vieler Arzneimittel. In mehreren Originalarbeiten beschreibt Julian Maier die unterschiedlichen Wechselwirkungen der OCTs mit Substraten und Inhibitoren. Anhand der Cryo-EM-Struktur von OCT3. werden Unterschiede in Affinität und Struktur zwischen den OCTs hervorgehoben und 24 genetischen Varianten von OCT3 charakterisiert. Diese Erkenntnisse ermöglichen im besten Fall ein gezielteres Medikamentendesign.

Frau Schachtl-Rieß, PhD, befasste sich in ihrer Arbeit mit CEC & Lp(a), welche eine potenziell kausale Rolle bei Koronarer Herzkrankheit (KHK) spielen. Mittels genomweiter Assoziationsstudie konnte nachgewiesen werden, dass drei Loci (KLKB1, APOE/C1, CLSTN2) mit CEC assoziiert sind (GCKD n=4.981). Die 4733G>A Variante im LPA-Gen senkt durch alternatives Splicing Lp(a) und das KHK Risiko (GCKD n=4.981 & UK Biobank n=440.234). Dies sind neue wichtige Determinanten von CEC & Lp(a) die verwendet werden können um Kausalität zu testen und neue Therapien zu entwickeln.

Die feierliche Verleihung des Wilhelm-Auerswald-Preises wurde von Dr. Katharina Hauer (Country Medical Head Specialty Care & Country Medical Lead, Sanofi-Aventis GmbH) durchgeführt. Die Gesellschaft der Ärzte in Wien gratuliert allen TeilnehmerInnen herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen und bedankt sich bei Sanofi-Aventis GmbH für ihre Unterstützung!




Die PreisträgerInnen im Überblick:

1. Preis
Dr. Florian Moik, PhD
Univ.-Klinik für Innere Medizin, Klin. Abteilung für Onkologie, MedUni Graz
"Cancer and Haemostasis: Impact of hypercoagulability on clinical outcomes in patients with cancer"
  Dr. Florian Moik, PhD
     
2. Preis
Melanie Kienzl, MSc PhD
Abteilung für Pharmakologie, MedUni Graz
"Regulation of immune cells in the tumor microenvironment: the role of IL-33 and 2-AG"
  Melanie Kienzl, MSc PhD
     
3. Preis ex aequo    
Mag. Dr. Julian Maier, PhD
Institut für Pharmakologie, MedUni Wien
"Investigations into structure and activity of organic cation transporters"
  Mag. Dr. Julian Mayer, PhD
Johanna F. Schachtl-Rieß, PhD
Institut für Genetische Epidemiologie, MedUni Innsbruck
"Genetic epidemiological approaches to understand HDL-mediated cholesterol efflux capacity and lipoprotein(a)"
  Johanna F. Schachtl-Rieß, PhD



PreisträgerInnen und Jury Wilhelm-Auerswald-Preis 2023

1. Reihe (v.l.n.r.): Johanna F. Schachtl-Rieß, PhD, Dr. Florian Moik, PhD, Mag. Dr. Julian Maier, PhD, Melanie Kienzl, MSc PhD
2. Reihe (v.l.n.r.): Dr. Katharina Hauer; Jury: Prim. i.R. Univ.-Prof. Dr. Johannes Mlczoch, Univ.-Prof. Dr. Kurt Derfler


(Fotos: Stefan Burghart)